Mike Senior nimmt auf, ich assistiere

Ende September 2015 hatte ich die Ehre, Mike Senior bei eine Recording Session in Aalen zu assistieren. Wir haben zwei Tage lang mit dem Jazz-Duo Zwiepack (Christian Bolz – Sax, Markus Braun – Bass) verbracht und ca 20 Standards aufgenommen.

Ich habe Mike als Buchautor kennen gelernt. Ich finde, beim Lesen bekommt man auch einen Eindruck von der Persönlichkeit des Autors. In seinen Büchern und Artikeln ist Mike sehr akkurat und klar mit dem technischen. Aber ich hatte auch das Gefühl, dass er als Autor mich buchstäblich willkommen heißt, um an seinem Wissen teil zu nehmen. Ausserdem fand ich seinen englischen Humor groß! :) So habe ich dann irgendwann ihn gefragt, ob er sich vorstellen kann, mein Mentor zu werden. Weiterlesen

Sebastian Block – Der Mond ist schuld

Diesen Sommer habe ich Gesänge für mehrere Songs der neuen Platte von Sebastian BlockDer Mond ist schuld aufgenommen. Ausserdem habe ich für den Song Feder einen Cellosatz zusammen mit Cellolitis produziert.

Auf dem neuen Album sind – wie so oft bei Sebastian – einige große Hits im minimalistischen Low-Fi-Gewand zu finden. Z.B. der Einstiegssong Besser oder die Balladen Feder und Wenn du niemand mehr bist. Gerade bei dem letzen Song, der sich mit dem Thema Flüchtlinge beschäftigt, merkt man, welche Tiefe Sebastians – auf den ersten Blick einfach gestrickte Songs – haben. Weiter lesen…

MS Stereo – James Bay „Hold Back The River“ (Acoustic)

Diese akustische Version von „Hold Back the River“ von James Bay wurde von Dennis Dirksen (Kamera) und mir (Ton) im majestätischen Ballhaus Berlin aufgenommen. Es war meine erste Erfahrung bei der Aufnahme von Singer-Songwritern mit MS-Technik. MS wir oft bei Klassik-Aufnahmen verwendet, manchmal für Atmo- oder Effekt-Aufnahmen für Film. Der Stereoeffekt klingt natürlich; genau das war es, was bei dieser Aufnahme gesucht wurde.

 

MS Stereo Mikrofonanordnung

Meine mobile Recording Einheit besteht aus einem Mac mit Logic, eine RME Fireface 400 und einem Audient ASP880 preamp. Ich habe ein C414 (8er Charakteristik) für Side-Signal verwendet und über ihm ein Oktava MK319 (Niere) für Mid-Signal. Die Anordnung war in der Höhe des Halses platziert, etwa 1m von James entfernt. Kritisch war die Wahl der Entfernung. Kam man näher an den Sänger, bewegte sich die Stimme bei jeder Kopfbewegung im Stereopanorama. Mit größeren Entfernungen verschwand dieser Effekt, allerdings bekam man mehr Raumanteile zu hören und der Sound wurde dünn. So habe ich dieses Problem gelöst…

Audient ASP880 Test bei tape.tv Auf den Dächern

Ich war angetan von dem Audient ASP880 Preamp und habe Simon Horn von Audient Deutschland vorgeschlagen, das Gerät bei der tape.tv „Auf den Dächern“ Session mit Selig and Lary zu testen

Wie man sieht, war es an dem Tag Ende Oktober „british weather“ in Berlin angesagt. Es hat fast die ganze Zeit geregnet bei war so um die 11°C. Das Team bereitete das Set vor, war aber schonf ast sicher, dass die Bands absagen werden. Ich kaute an meinen Fingernägeln, da das ASP880 sicher nicht für Einsätze draussen im Regen geschaffen war. Aber, irgendwann hat der Regen aufgehört, wir haben schnell Selig und ihre Instrumente aufgebaut und nach einem kurzen Soudcheck war alles im Kasten in nur 5 Takes. Schon beim ersten davon war die Anspannung und die Nervosität weg: Die Band hat gerockt und alles klang genauso, wie ich es mir vorgestellt habe.

Selig waren fertig, der Regen setzte wieder ein. Wir mussten einige Stunden warten, bevor wir die nächste Band – Lary – aufbauen konnten. Ein XLR Kabel hat in der Feuchtigkeit seinen Geist aufgegeben – das ist der Moment, wo ich im Video zum Mikro laufen. Zwischen den Takes haben wir das Schlagzeug mit Handtüchern bedeckt, damit es nicht feucht wird. Ich musste einiges an Gain-Riding am ASP880 machen, da Larys Gesang hat eine grosse Dynamik hat.

Ich habe gemerkt, dass ich mit dem ASP880 erwartungsgemäss schneller bin, als mit den Field Recordern, die ich davor für die Sessions benutzt habe. Alle Parameter sind griffbereit, man muss nicht in der Menüstruktur irren, um eine bestimmte Einstellung zu finden. Ausserdem mag ich den Klang der Preamps lieber, als den der Field Recorder, sie sind weicher und wärmer. Das Gerät erwies sich als zuverlässig unter Outdoor-Bedingungen. Ich freue mich, nächstes Jahr weitere „Auf den Dächern“ Sessions damit aufzunehmen!